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Mit diesem
Leitgedanken möchte ich mich Ihnen als Seelsorgerin für den neuen
Fachdienst „Seelsorge für Familien mit behinderten Kindern“ im
Dekanat Böblingen vorstellen, zu dem ich im Mai dieses Jahres
beauftragt wurde. Mein Name ist Claudia Bleif. Zuvor war ich als
Gemeindereferentin im Dekanat Calw mit den Schwerpunkten
Erstkommunion- und Firmkatechese sowie Alten- und
Krankenhausseelsorge tätig.
Was
mich gerade bewegt….
Vor
einiger Zeit war ich bei einer Veranstaltung, bei der an jeden
Teilnehmer ein starker Faden verteilt wurde. Die Teilnehmer wurden
eingeladen, aufeinander zu zugehen, um die einzelnen Fäden
miteinander zu verbinden. Alle Beteiligten ließen sich auf diese
Einladung ein und so entstand ein buntes, vielverzweigtes, tragfähiges
Netz mit unzähligen Knotenpunkten. Ein, für mich, beeindruckendes,
gemeinschaftlich entstandenes, wunderschönes Kunstwerk hielten wir
in den Händen. Mühelos konnten wir bei so vielen Mit-Trägern
bedenkenlos einen Menschen in diesem Netz tragen.
Dieses
Erlebnis ließ für mich ohne viele Worte spürbar werden, was
Zusammenhalt, Gemeinschaft bedeutet und was sie bewirken kann. Bei
diesem „Netz-Werk“ war jeder wichtig – auf jeden kam es an. Hätte
einer losgelassen, wäre es nicht so tragfähig gewesen. Da alle mit
anpackten, konnte das Netz tragen, auffangen, Sicherheit geben.
Das
Bild dieses tragfähigen Menschennetzes hat sich mir eingeprägt und
kam mir besonders wieder ins Bewusstsein, als ich im Mai meine
Arbeit als Seelsorgerin für Familien mit behinderten Kindern im
Dekanat Böblingen aufnahm. Mein Hauptanliegen in diesem
neueingerichteten Fachdienst ist es, Menschen mit Behinderung und
deren Familien partnerschaftlich zu begleiten: Ich nehme mir Zeit für
Gespräche und Besuche, bin da in schwierigen Lebens- und
Glaubenssituationen, unterstütze Familien bei der Vorbereitung zur
Taufe, Erstkommunion oder Firmung, vermittle Kontakte zu
Kirchengemeinden, Verbänden, Vereinen oder zu anderen Stellen der
Beratung und Begleitung, bin seelsorgliche Ansprechpartnerin in
Schulen für Menschen mit geistiger und körperlicher Behinderung
und erteile dort Religionsunterricht.
Dazu
ist es mir wichtig, um im oben genannten Bild zu bleiben, tragfähige
menschliche Netzwerke aufzubauen. Viele bunte Fäden verteile ich
derzeit in Schulen, Gemeinden, Beratungsstellen und Vereinen, in dem
ich über meine Aufgaben informiere und dabei hoffe, dass sich diese
Fäden vernetzen, Knotenpunkte entstehen, welche die Menschen mit
und ohne Handicap immer mehr ermutigen, partnerschaftlich
aufeinander zu zugehen, aneinander anzuknüpfen, um gemeinsame,
bereichernde Erlebnisse zu schaffen und Begegnungen zur Selbstverständlichkeit
werden zu lassen. Wie bei der Entstehung des eingangs beschriebenen
Netzes ist jeder Mensch wichtig, kostbar, einmalig und einzigartig
und verdient die Chance, dass wir ihn so sehen – so annehmen wie
er ist. (nach H.J. Brüggemann). Denn: „Normal ist, verschieden zu
sein“, um es mit den Worten von Richard von Weizsäcker zu sagen.
Ist
das nur ein schöner Traum? Lassen wir uns nicht häufig vorschnell
von Ängsten und Vorurteilen bestimmen, machen einen Rückzieher
oder verlieren allzu schnell den Faden…werden mutlos, weil wir
enttäuscht werden oder resignieren gar?
Jesus
fordert uns mit seinem Handeln heraus und will uns aber auch immer
wieder Mut machen, indem er gerade Menschen, die am Rand stehen, in
die Mitte stellt und Berührungsängste überwindet. Jesus gelingt
es, weil er sich eng „ver-knüpft“ mit einem vorbehaltslos
liebenden Gott, der sich allen Menschen bedingungslos zuwendet.
In
diesem Sinne möchte ich auch Ihnen diesen starken Faden zum Anknüpfen
in die Hand geben!
Claudia
Bleif, Seelsorge für Familien mit behinderten Kindern im Kath.
Dekanat Böblingen
Hier
Link zur Homepage im Dekanat Böblingen
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